Maxim Krioukov im Interview

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Der Illustrator und Architekt mit russischen Wurzeln lebt und arbeitet in Berlin. Seine Storyboards dienen als Vorlage für Filmproduktionen, für Kinderbücher wie „Patrick Poppywopple“ und „Jingah“ zeichnet er fantastische Bilderwelten.

 

Herr Krioukov, wie sind Sie eigentlich zur Kunst gekommen?
Per Geburt. Ich bin hineingeboren. Mein Vater ist Künstler, meine Mutter Künstlerin und Architektin. Da hatte ich keine Chance.

Was inspiriert Sie zur Ihren Kunstwerken?
Geschichten mit Tiefe. Wenn mich etwas bewegt und ich dazu etwas zu sagen habe, werde ich aktiv.

Welche Themen sind das?
Das ist ganz unterschiedlich. Menschliche Ignoranz und Egoismus bewegen mich meistens dazu, mich äußern zu wollen.

Ist Ihr Leben als Künstler anders als das von anderen Menschen?
Ich lebe beide Leben, halb Bürojob und halb Künstler. Kunst mache ich in meinen Pausen, wenn ich noch genügend Energie habe, zum Beispiel am Sonntag. Insofern lebe ich ziemlich „Mainstream“ und habe immer viel zu tun.

Wie ist der Prozess, wenn Sie arbeiten?
Ich lasse mich inspirieren, dann mache ich mich an eine Komposition, den Rhythmus, Schatten und Licht. Ich bin eher Geometrie-lastig, weil ich Grafiker bin.

Welchen Rat würden Sie Künstlern geben, die von ihrer Kunst leben wollen?
Üben. Leute, die sich verwirklichen wollen, aber nicht die Fähigkeiten dazu haben, gibt es genug. Sogar mehr, als der Markt vertragen kann. Es kommt natürlich auch darauf an, wie und wo man arbeiten will. In der Games-Branche, zum Beispiel, ist das Beherrschen von Anatomie extrem wichtig.

Was fällt Ihnen beim Arbeiten am Schwersten?
Mich hinzusetzen und zu arbeiten (lacht). Wenn ich meine eigenen Ideen verfolge, kommt das von innen heraus und ist kein Problem. Bei manchen Aufträgen kostet es schon Überwindung, mich hinzusetzen.

Kennen Sie einen inneren Schweinhund?
Der Nachteil am zuhause Arbeiten ist, dass man erstmal denkt „Oh, da steht aber noch viel Geschirr, und die Wäsche muss gemacht werden“ – und dann vielleicht nicht zum Arbeiten kommt.

Maxim Krioukov ist an der Kunstschule Dozent für Digitales Zeichnen. Er unterrichtet die Umsetzung künstlerischer Grundlagen mit Photoshop und Tablets in Nachmittagskursen Digitales Zeichnen sowie im Rahmen der Ausbildung zum Illustrator.