„How They Met Themselves“: Ein Comic von Nikolai Solowjow

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Unser Absolvent Nikolai Solowjow hat sein Fachstudium im Bereich „Illustration“ mit dem Science-Fiction-Comic „How They Met Themselves“ abgeschlossen. Der Fokus seines Projekts liegt auf dem  Leben von queeren Charakteren in Berlin und den damit verbundenen Problemen. Die Werke seiner Abschlussarbeit waren in der BAS-Galerie im Herzen der Kunstkolonie Wedding ausgestellt. (Zu Nikolais Galerie)

Nikolais Comic ist ein Herzensprojekt und eine Idee, die ihn schon seit einigen Jahren nicht mehr losgelassen hat. Die Geschichte seines Comics handelt von zwei Parallelwelten, die unabhängig voneinander existieren und in denen andere Versionen eines Menschen leben können. Der Standort Berlin wurde dabei nicht zufällig gewählt – mit ihrer Geschichte der Teilung, der Koexistenz zweier Realitäten und der vielfältigen Kultur ist die Hauptstadt das passende Umfeld für Nikolais Geschichte. Nikolai ist ein großer Comic-Fan und sah seine Abschlussarbeit als gute Gelegenheit, sein Können endlich unter Beweis zu stellen.

 

Parallelwelten und parallele Realitäten

Die Idee, Parallelwelten in seine Geschichte zu integrieren, stammt aus einer Dokumentation, die Nikolai gesehen hat. Die Thematik hat ihn von Beginn an gefesselt. Inspiration für seinen Comic waren dabei insbesondere Sci-Fi-Werke wie „Sliders“ oder „Fringe“, auf die er auch in seinem Comic anspielt, sowie sein Freund, ohne den es die Idee der Geschichte nicht geben würde. Die Vorstellung und Idee, dass Parallelwelten, parallele Realitäten und unterschiedliche Verläufe des Lebens unabhängig voneinander existieren können, hat ihm in einer schwierigen Phase seines Lebens Trost gespendet.  Mit Einflüssen aus Mangas und westlichen Comics entstand sein ganz eigener Stil.

 

 

Die ersten Schritte zum eigenen Comic-Heft

Der erste Schritt seines Projekts war es, die Geschichte und den Erzählstrang niederzuschreiben, um eine gewisse Struktur zu schaffen und Schwerpunkte setzen zu können. Dann widmete er sich dem visuellen Teil: Zunächst wurden Skizzen und Vorzeichnungen angefertigt, die zur visuellen Veranschaulichung dienten und eine kleine Ideensammlung waren. Eine wertvolle Erfahrung, die er in diesem Teil des Arbeitsprozesses gemacht hat, war ein Treffen am Stammtisch bei „Renate Comics“. Dort hat er die Möglichkeit dazu bekommen, seine ersten Skizzen und Ideen anderen Künstler*innen vorzustellen und konstruktive Kritik einholen zu können. Zum Schluss hat Nikolai seine Ideen und Zeichnungen finalisiert und verfeinert. Für die Absolventenausstellung hat er einzelne Comic-Seiten ausgedruckt und gerahmt, zusätzlich dazu hat er Comic-Hefte drucken lassen.

 

Ein Lebenstraum wird wahr

Als Nikolai zum ersten Mal sein ausgedrucktes Comic-Heft in der Hand hielt, hat ihn eine Welle der Freude gepackt. Der Gedanke, dass er sein eigenes Werk geschaffen hat, war für ihn ein ganz besonderes Gefühl. Es ist der erste Schritt, seinen Lebenstraum Realität werden zu lassen und Comic-Zeichner zu werden. Da es sich bei seiner Abschlussarbeit um ein persönliches Herzensprojekt handelt, bei dem er viele Aspekte seines eigenen Lebens aufgreift, bedeutet ihm dieser Comic sehr viel. Die positive Resonanz, die er mit der Vorstellung seines Comics erhalten hat, hat ihn zur Veröffentlichung seines Comics motiviert.

Nikolai Solowjow wurde in der Entstehung seiner Abschlussarbeit von den Dozenten Uwe Heinelt und Emmanuel Murzeau begleitet. Mit professionellem Input, Hilfe und Kritik standen sie ihm für den letzten Schliff seiner Arbeit zur Seite.

Text von Laila Abdallah