Absolventin Susan Brost im Interview. Upcycling und die Welt als besserer Ort

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Text von Leona Bellinda Schröder

Nachhaltigkeit liegt Susan Brost seit jeher am Herzen. In ihrer Abschlussarbeit im Bereich kulturelle Bildung hat sie sich intensiv mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt. Aus den Resten unserer Wegwerfgesellschaft zaubert die junge Kunstpädagogin dekorative Elemente für die Wohnraumgestaltung. Zusammengenähte Pappestückchen, Kleiderreste und Skulpturen aus Bechern geben dem Müll einen neuen Sinn.

Jugend für Nachhaltigkeit sensibilisieren

Sie hat ein pädagogisches Konzept erarbeitet, indem Kinder der siebten bis zur zehnten Klasse angehalten werden, aus Weggeworfenem Neues zu erschaffen. Sie sollen nicht nur selbst auf Materialsuche gehen; auch eine Aufklärung über Nachhaltigkeit und die zerstörerischen Folgen von zu viel Plastik auf unserem Planeten gehören zum Bestandteil ihres Unterrichtskonzepts. Die Kinder und Jugendlichen erfahren etwas über die Auswirkungen von Plastik. Etwa, dass sich in einem vor einer Küste angespülten Wal 15 Kilogramm Plastikmüll befanden. Oder, dass Mikropartikel von Polyesterkleidung sich ablösen und über die Waschmaschine in den Wasserkreislauf und somit auch in unser Trinkwasser gelangen.

Aus alt mach neu – Kunstwerke aus Müll

Susan hat sich auf Textilreste, Pappe und Plastikmüll spezialisiert. Diese Materialien sollen die Heranwachsenden kombinieren, damit experimentieren, sie zerstören, neu anordnen – und neue Werke erschaffen. Die Absolventin macht vor, dass das wunderbar funktioniert. Sie kombiniert in ihrer Abschlussarbeit zum Beispiel textile Spitze mit Pappe und Farbe und näht diese Elemente zusammen; daraus entsteht ein individuelles Patchwork Werk.
Scheinbar simpel klingt es, wenn die junge Künstlerin erzählt, wie sie einen Plastikbecher nimmt – einen, in dem einmal Mangolassi war – und textile Reste hineinstopft. Mit einer Klebemischung versehen und mit Farbe verziert, erschafft sie kleine Skulpturen, die einen Blickfang für jeden Wohnraum darstellen und nicht vermuten lassen, woraus sie eigentlich bestehen.

Susan und die Kunstschule

Nachhaltigkeit ist für Susan auch in der Kunst ein wichtiges Thema, das sie gern an die junge Generation weitergeben möchte. Wie Susan an die Kunstschule kam? Zusätzlich zu ihrem Universitätsabschluss wollte sie einen kunstpädagogischen Abschluss erreichen. Mit diesem ist die Absolventin nun am Ziel und kann das machen, was sie schon lange möchte: Kunst unterrichten.

Wenn Susan Superkräfte hätte, würde sie die Welt von Plastik befreien und damit zu einem besseren Ort machen.

Blogeintrag zur Abschlussvernissage

Galerie von Susan Brost