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Methodik und Didaktik für eine „Lernwerkstatt“

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„Eine Lernwerkstatt ist ein Ort für demokratisches, experimentelles, selbstbestimmtes und ganzheitliches Lernen. Das ist nicht vergleichbar mit dem normalen Modell des Frontalunterrichts“, erklärt SBKG-Dozentin Anna Adam das Konzept von „Lernwerkstätten“, das sich momentan in Berliner Grundschulen nach und nach etabliert. „In einer Lernwerkstatt gibt es Werkbänke, Tiere, eine Küche – es ist wie eine komplette Schule in einem Raum.“

In ihrer Klasse „Methodik und Didaktik“ bereitet Anna Adam SBKG-Studenten auf eine Lehrtätigkeit in einer Lernwerkstatt vor. Die Studenten sollen an der Mierendorff-Schule, einer Grundschule in Berlin-Charlottenburg, Workshops zum Thema „Upcycling“ leiten. „Es geht darum, Konzepte zu entwickeln, wie Schüler motiviert werden können. In der Klasse wird die Unterrichtssituation spielerisch simuliert. Die Studenten übernehmen abwechselnd die Rollen der Lehrer und Schüler. Eine beliebte Rolle dabei ist natürlich der Teenager in Verweigerungshaltung“, erzählt Anna Adam.

Die Klasse „Methodik und Didaktik“ arbeitet mit zwei Ebenen. In der ersten Ebene werden die Workshops zunächst konzeptuell und inhaltlich erarbeitet. Dann wird der Workshop im Probeunterricht durchgespielt und ausgewertet. Die zweite Ebene ist der „echte“ Unterricht an Mierendorff-Schule, den die Studenten unter Begleitung von Anna Adam abhalten werden. Bislang sind zwei Workshop-Termine mit der Mierendorff-Schule vereinbart.

„Zum ersten Mal vor einer Schulklasse zu stehen und zu unterrichten, ist für die Studenten eine Herausforderung. Aber auch eine Erfahrung, die es lohnt, gemacht zu haben“, berichtet Anna Adam. Für die Grundschüler ist die Lernwerkstatt eine erste Lektion im selbstverantworteter Entscheidung. „Für die Grundschüler ist dies gegenüber dem gewohnten Stundenplan-System die erste Erfahrung mit einem Kurssystem, bei dem sie selbst entscheiden können, welchen Kurs sie belegen möchten. Das gibt die Freiheit der Wahl, aber auch die Verantwortung, mit den Konsequenzen dieser Wahl klarzukommen, wenn der gewählte Kurs nicht die gemachten Vorstellungen erfüllt.“