aljoscha-blau

Künstlergespräch mit Aljoscha Blau

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Neuigkeiten

Die Schule für Bildende Kunst und Gestaltung lädt zum Künstlergespräch mit Aljoscha Blau. Am Samstag, 25. Juni 2016, um 15:30 Uhr wird der mit seinen feinsinnigen Kinderbuchillustrationen bekannt gewordene und vielfach ausgezeichnete Künstler von seiner Arbeit berichten, Fragen beantworten und mit dem Publikum in Dialog treten.

Wir haben Aljoscha Blau in einem Café in der Immanuelkirchstraße im Prenzlauer Berg getroffen und ihn nach den Quellen seiner Inspiration, zu den wichtigsten Einflüssen seiner Arbeit und natürlich nach seinem Erfolgsrezept befragt.

Aljoscha Blau lächelt kurz und antwortet ohne Umschweife: „Ein Zweig, der auf der Straße liegt, ein Musikstück, ein Gedanke, eine Geste – Inspiration lässt sich überall finden. Man muss sich nur einhaken und ihr folgen. Das ist das Wunderbare an der Kunst. Alles, was einem in Leben begegnet, kann mit hineingenommen werden.“

„Ich hatte das Glück, Lehrer zu haben, die mir gezeigt haben, wie wichtig es ist, immer neugierig auf das Leben zu sein, sich zu artikulieren, Fragen zu stellen, zu kritisieren und sich immer wieder verführen zu lassen“, erzählt der Künstler, dessen Erfolgsrezept so einfach und tiefsinnig ist: „Einfach gute Sachen machen! Dinge, worauf man stolz ist. Etwas Schönes, das man mit anderen teilen kann.“

Aljoscha Blaus Buchillustrationen bestechen durch die Vielfalt der Stile – fast entsteht der Eindruck, ganz verschiedene Künstler wären hier am Werk gewesen. Alijoscha Blau schmunzelt in die Maisonne und verrät: „Ich habe mir einfach künstliche Handikaps verordnet. Eine reduzierte Farbpalette oder vergleichbare Einschränkungen. Man kommt oft erst dahinter, wenn man mit seinen künstlerischen Mitteln freier geworden ist: Kreativität kann durch Einschränkung entstehen und die Meisterschaft entfaltet sich oft in der Reduktion – knackig, knapp formuliert.“

Bei jedem neuen Buch stellt sich Aljoscha Blau quasi auf Null. Die Inspiration geht von der Literatur aus: „Wenn der Text gut ist, resoniert etwas, es entsteht ein Einklang, und ich kann eine Sprache dafür entwickeln. Viele Illustrations-Studenten denken, man müsse nur seinen eigenen Stil entwickeln. Ich glaube, bei mir ist das Gegenteil der Fall – ich überrasche mich immer wieder selbst.“

Dass er nicht auf einen Stil oder beispielsweise auf die Sparte „Kinderbuchillustration“ festgelegt werden kann, beweist Aljoscha Blau in seinem neuesten Werk „Ein Tag in Cap d’Agde“. Sein Skizzenbuch vom berühmten Naturisten-Badeort in Südfrankreich besticht durch offene, behutsame und vorurteilsfreie Beobachtung. „Unter den Hüllen der täglichen Bekleidung verstecken sich erstaunliche Welten. Im Bewusstsein der eigenen Verletzlichkeit entsteht ein Klima der Toleranz, in dem eine ganz eigentümliche menschliche Schönheit zum Vorschein kommt“, beschreibt Aljoscha Blau seine eindrucksvolle Exkursion.

Beitragbild: Aljoscha Blau, Copyright der Fotografie A. Kirikova.